
Einen Valheim Server erstellst du mit dem Valheim Dedicated Server von Iron Gate: über Steam installieren, in einer Kopie der Startdatei Servername, Welt und Passwort eintragen, starten und im Router die Ports 2456 und 2457 freigeben. Dann spielen bis zu 10 Leute auf eurer Welt, und sie bleibt online, auch wenn niemand von euch im Spiel ist. Wer keinen PC rund um die Uhr laufen lassen will oder an der Portfreigabe scheitert, mietet einen fertigen Server.
Die Anleitung gilt für Valheim 1.0, das seit dem 9. September 2026 erhältlich ist, und für den aktuellen Patch 1.0.20 vom 15. Oktober 2026.
Was du für einen Valheim Server brauchst
- Die Serversoftware: Den Valheim Dedicated Server stellt Iron Gate über Steam bereit, mit Startdateien für Windows und Linux (Iron Gate).
- Einen Rechner, der läuft, solange gespielt wird: deinen eigenen PC, einen zweiten Rechner im Heimnetz, einen VPS oder einen gemieteten Gameserver.
- Unter Linux: GLIBC 2.29 und GLIBCXX 3.4.26 oder neuer sowie die Pakete libatomic1, libpulse-dev und libpulse0. Sind die Bibliotheken auf deinem System älter, ist das mitgelieferte Docker-Skript
docker_start_server.shlaut Iron Gate eine Alternative zum Update. - Erreichbarkeit von außen: eine Portfreigabe im Router oder den Crossplay-Modus, beides weiter unten.
Mehr als 10 Spieler sieht das Spiel nicht vor. Valheim ist laut Iron Gates FAQ zu 1.0 ein Spiel für 1 bis 10 Spieler, daran hat 1.0 nichts geändert.
Schritt 1: Den Dedicated Server installieren
Unter Windows öffnest du in Steam die Bibliothek, klickst oben links auf das Auswahlmenü und setzt den Haken bei „Tools“. Danach steht „Valheim Dedicated Server“ in der Liste, und du installierst ihn wie ein Spiel (Iron Gate).
Auf einem Linux-Server ohne Desktop nimmst du SteamCMD, die Kommandozeilen-Version von Steam. Der Dedicated Server hat auf Steam die App-ID 896660 und lässt sich mit anonymem Login herunterladen:
steamcmd +force_install_dir /home/valheim/server +login anonymous +app_update 896660 validate +quit
Leg dafür einen eigenen Benutzer an, statt den Server als root laufen zu lassen. Nach einem Patch von Iron Gate aktualisierst du den Server mit demselben Befehl, unter Windows erledigt das Steam.
Schritt 2: Die Startdatei anpassen
Die Einstellungen stehen in der Startdatei: start_headless_server.bat unter Windows, start_server.sh unter Linux. Iron Gate rät, eine Kopie zu bearbeiten, weil Steam die Originaldatei bei jedem Update zurücksetzt (Iron Gate). Die Kopie startest du per Doppelklick oder im Terminal, über Steam geht das nicht.
In der Zeile, die valheim_server aufruft, stehen die Startparameter. Du passt nur ihre Werte an, zum Beispiel so:
-name "Nordlicht" -port 2456 -world "Midgard" -password "Fjordblick" -public 1
| Parameter | Was er macht |
|---|---|
-name | Name des Servers in der Serverliste |
-port | Port des Servers, Standard 2456; Valheim nutzt diesen Port und den nächsthöheren |
-world | Name der Welt; gibt es sie noch nicht, legt der Server sie neu an |
-password | Passwort zum Beitreten |
-public | 1 zeigt den Server in der Serverliste, 0 versteckt ihn, dann kommt man nur per IP hinein |
-savedir | anderer Ordner für Welten und Berechtigungslisten |
-saveinterval | Speicherintervall in Sekunden, Standard sind 1800, also 30 Minuten |
-preset | Voreinstellung für die Weltmodifikatoren: Normal, Casual, Easy, Hard, Hardcore, Immersive oder Hammer |
-crossplay | Server läuft über PlayFab statt über Steam, siehe Abschnitt Crossplay |
Mit -modifier stellst du einzelne Bereiche wie Combat, DeathPenalty, Resources, Raids oder Portals ein. Nutzt du zusätzlich -preset, gehört -modifier dahinter, denn ein Preset überschreibt vorherige Modifikatoren. Mit -setkey schaltest du Optionen wie nobuildcost, passivemobs oder nomap ein, mit -backups legst du fest, wie viele Sicherungen der Welt der Server selbst aufbewahrt. Diese Sicherungen ersetzen aber keine Kopie der Welt auf einem anderen Datenträger.
Fragt die Windows-Firewall beim ersten Start nach, setz alle Haken, sonst kommt niemand von außen auf den Server. Bereit ist er, sobald in der Konsole „Game server connected“ steht. Zum Beenden drückst du Strg+C im Konsolenfenster. Schließt du das Fenster nur über das X, kann der Server im Hintergrund weiterlaufen (Iron Gate).
Spielst du auf demselben PC, auf dem der Server läuft, halte beides aktuell: Patch 1.0.20 hat einen Fehler behoben, durch den der Server ohne Begrenzung der Bildrate lief und viel CPU-Zeit verschwendete, wenn im Spiel auf demselben Rechner V-Sync eingeschaltet war.
Schritt 3: Admins, Bans und Whitelist
Für Rechte gibt es drei Textdateien: adminlist.txt für Admins, bannedlist.txt für gebannte Spieler und permittedlist.txt für eine Whitelist, jeweils eine ID pro Zeile. Sie liegen im Speicherordner, in dem auch deine Welten liegen (Iron Gate):
- Windows:
%USERPROFILE%\AppData\LocalLow\IronGate\Valheim - Linux:
~/.config/unity3d/IronGate/Valheim
Die ID eines Spielers findest du im Serverlog oder im Spiel im Fenster, das sich mit F2 öffnet. Sie hat die Form Plattform_Nutzer-ID, Groß- und Kleinschreibung zählen. Vorsicht bei der Whitelist: Sobald jemand in der permittedlist.txt steht, sind alle anderen ausgesperrt. Trag also zuerst dich selbst und deine ganze Gruppe ein.
Schritt 4: Ports freigeben
Iron Gate nennt als Standard den Portbereich 2456 bis 2457, also den Port aus -port und den nächsthöheren. Stellst du einen anderen Port ein, verschiebt sich beides. Ein Protokoll steht nicht in der Anleitung. Richte die Freigabe deshalb für TCP und UDP ein, dann bist du auf der sicheren Seite.
- Gib dem Rechner mit dem Server im Router eine feste lokale IP-Adresse.
- Leite die Ports 2456 und 2457 an diese Adresse weiter.
- Erlaube den Server in der Windows-Firewall, falls du die Abfrage beim ersten Start weggeklickt hast.
- Deine Freunde verbinden sich mit deiner öffentlichen IP und dem Port, etwa
203.0.113.10:2456, über die Schaltfläche zum Beitreten per IP (im englischen Spiel „Join IP“). Mit-public 1finden sie den Server auch in der Serverliste.
DS-Lite: wenn die Portfreigabe nichts bringt
Läuft dein Anschluss über DS-Lite, bekommt dein Router laut AVM keine eigene öffentliche IPv4-Adresse. Geräte in deinem Heimnetz sind dann über IPv4 aus dem Internet nicht erreichbar, auch nicht mit Portfreigabe. Unterstützt dein Anbieter PCP, kann die FRITZ!Box die Freigabe laut AVM direkt bei ihm einrichten. Bei Valheim gibt es einen zweiten Ausweg: Ein Server mit -crossplay braucht laut Iron Gate keine Portfreigabe, weil die Verbindung über ein Relay läuft. Woran du DS-Lite erkennst, steht in unserer Anleitung Minecraft Server erstellen.
Crossplay: nur Steam oder alle Plattformen
Ohne Zusatz läuft der Server über das Netzwerk von Steam, dann kommen nur Steam-Spieler herein. Mit dem Startparameter -crossplay läuft er laut Iron Gate über PlayFab, und Spieler aller Plattformen können beitreten: per öffentlicher IP und Port, per Beitrittscode oder über die Serverliste. Eine lokale IP oder die Loopback-Adresse funktioniert in diesem Modus nicht.
Valheim gibt es laut FAQ zu 1.0 auch für Xbox One, Xbox Series X|S, PlayStation 5 und Nintendo Switch 2. Mods gibt es laut Iron Gate auf Konsolen nicht. Spielen Konsolenspieler mit, bleibt eure Welt also am besten ohne Mods.
Bei Space-Node ist Crossplay auf Valheim-Servern derzeit nicht verfügbar: Auf unsere Server kommen nur Spieler mit der Steam-Version für Windows. Was auf welcher Plattform geht, fasst unser Beitrag Is Valheim Crossplay? zusammen (auf Englisch).
Mods mit BepInEx
Offiziellen Mod-Support hat Valheim nicht, und Iron Gate garantiert laut FAQ zu 1.0 nicht, dass Mods mit 1.0 funktionieren. Gemoddet wird trotzdem, und zwar mit dem Mod-Loader BepInEx. Für Valheim gibt es das vorkonfigurierte BepInExPack_Valheim auf Thunderstore, aktuell Version 5.4.2351 vom 24. September 2026, also nach dem Start von 1.0.
- Deine Mitspieler installieren das Pack am einfachsten mit einem Mod-Manager wie r2modman, Gale oder dem Thunderstore Mod Manager. Von Hand kopieren sie den Inhalt des Ordners
BepInExPack_Valheimin den Spielordner von Valheim. - Auf einem Linux-Server kopierst du den Inhalt von
BepInExPack_Valheimin den Serverordner, dann liegt dort die Dateistart_server_bepinex.sh. Mach sie mitchmod u+x start_server_bepinex.shausführbar, trag dort wie in der normalen Startdatei deine Startparameter ein und starte den Server damit statt mitstart_server.sh. Im Terminal erscheinen dann die Startmeldungen von BepInEx. - Für einen Windows-Server beschreibt die Seite des Packs keine eigenen Schritte.
Bevor du eine Mod installierst, prüf auf ihrer Seite, ob sie schon für 1.0 aktualisiert ist und ob sie auf den Server, zu den Mitspielern oder an beide Stellen gehört. Mehr dazu in unseren Anleitungen zu BepInEx und zu Thunderstore-Mods auf dem Server, beide auf Englisch.
Wie viel RAM braucht ein Valheim Server?
Eine offizielle Zahl gibt es nicht: Iron Gates Anleitung nennt für den Server weder RAM noch CPU. Die Angaben auf der Steam-Seite, 8 GB RAM als Minimum und 16 GB empfohlen, gelten für das Spiel. Läuft der Server auf deinem Spiele-PC, teilen sich Spiel und Server also den Arbeitsspeicher. Fest steht nur die Obergrenze von 10 Spielern.
Bei Space-Node sind die Pakete so ausgelegt: 4 GB für 2 bis 4 Spieler ohne Mods, 6 GB für die volle Gruppe von 10 Spielern ohne Mods, 8 GB für gemoddete Welten und große Basen, 12 GB und mehr für stark gemoddete Server und mehrere Welten. Das sind unsere Richtwerte, keine Vorgabe von Iron Gate.
Server mieten statt selbst hosten
Soll die Welt auch laufen, wenn dein PC aus ist, oder bringt die Portfreigabe wegen DS-Lite nichts, ist ein gemieteter Server der einfachere Weg. Bei Space-Node kannst du einen Valheim Server mieten: VIKING mit 4 GB kostet 6,40 € im Monat inkl. MwSt., WARRIOR mit 6 GB für bis zu 10 Spieler 8,30 € und BERSERKER mit 8 GB für gemoddete Welten 10,20 €. Die Server stehen in den Niederlanden, in Deutschland und in Polen, außerdem in Kanada, den USA, Singapur, Indien und Australien, nur in den USA sind die Preise etwas höher.
Du verwaltest den Server im Pterodactyl-Panel: BepInEx-Mods installierst du über den Dateimanager, eine bestehende Welt lädst du dort oder per FTP hoch, und DDoS-Schutz ist in jedem Paket dabei. Die CPU, in Europa ein Ryzen 9 der 3900X-Klasse, teilt sich dein Server mit anderen Servern, der RAM ist nur für ihn reserviert. Zwei Einschränkungen solltest du kennen: Crossplay ist bei uns derzeit nicht verfügbar, es kommen nur Steam-Spieler unter Windows auf den Server, und unser Support antwortet täglich von 08:00 bis 20:00 UTC, im Winter also von 9 bis 21 Uhr deutscher Zeit, per Live-Chat, Discord und E-Mail, aber auf Englisch oder Niederländisch.
FAQ
Kann ich einen Valheim Server kostenlos erstellen? Ja. Den Dedicated Server lädst du über Steam herunter, auch per SteamCMD mit anonymem Login. Auf dem eigenen PC zahlst du nur den Strom, Geld kostet erst ein gemieteter Server.
Wie viele Spieler passen auf einen Valheim Server? Bis zu 10. Valheim ist laut Iron Gate ein Spiel für 1 bis 10 Spieler, das gilt auch für 1.0.
Welche Ports braucht ein Valheim Server?
Standardmäßig 2456 und 2457, also den Port aus -port und den nächsthöheren. Iron Gate nennt kein Protokoll, gib im Router deshalb TCP und UDP frei. Ein Server mit -crossplay braucht keine Portfreigabe.
Wie werde ich Admin auf meinem Valheim Server?
Trag deine ID in die adminlist.txt im Speicherordner des Servers ein. Die ID steht im Serverlog oder im Spiel im F2-Fenster.
Laufen alte Welten mit Valheim 1.0? Ja. Laut Iron Gate bekommt eine alte Welt die neuen Inhalte, die neuen Biome entstehen aber nur in Gegenden richtig, die noch niemand erkundet hat. Für das beste Erlebnis empfiehlt Iron Gate eine neue Welt.
Weitere Anleitungen: Gameserver mieten: Standort, RAM und Preise, Minecraft Server erstellen, Valheim Dedicated Server unter Linux mit systemd (auf Englisch)