
Einen Rust Server erstellst du mit dem Rust Dedicated Server von Facepunch: mit SteamCMD herunterladen, über eine Startdatei mit Port, Karte, Spielerzahl und RCON-Passwort starten und im Router die Ports freigeben, 28015 per UDP für das Spiel und drei weitere für Serverliste, RCON und die Rust+ App. Facepunch nennt als Voraussetzung 12 GB freien Arbeitsspeicher und 15 GB Platz auf dem Laufwerk. Wer das nicht zu Hause betreiben will, mietet einen fertigen Server.
Stand dieser Anleitung ist das Halloween-Update vom 22. Oktober 2026. Der nächste monatliche Force Wipe wird für Donnerstag, den 5. November 2026 erwartet, dazu unten mehr.
Was du für einen Rust Server brauchst
Facepunch nennt in seiner Anleitung Creating a server diese Voraussetzungen:
- Betriebssystem: Windows oder Linux. Das Wiki nennt zusätzlich OSX, auf Steam gibt es den Server aber nur für Windows und Linux.
- Arbeitsspeicher: 12 GB frei. Eine Karte der Größe 6000 braucht mehr.
- Speicherplatz: 15 GB frei, eine SSD oder NVMe wird klar bevorzugt.
- CPU: Eine feste Angabe gibt es nicht. Facepunch schreibt nur, dass die CPU umso schneller sein muss, je mehr Spieler auf dem Server sind.
Dazu brauchst du einen Rechner, der läuft, solange gespielt wird. Willst du auf demselben PC auch selbst spielen, brauchen Server und Spiel zusammen deutlich mehr als die 12 GB, die der Server allein frei haben will.
Schritt 1: Installation mit SteamCMD
Laut Facepunch lädst du den Server mit SteamCMD herunter, der Kommandozeilen-Version von Steam. Ein Steam-Konto brauchst du dafür nicht, der Login ist anonym, und die App-ID ist 258550 (Facepunch). Unter Linux:
./steamcmd.sh +force_install_dir ../rust +login anonymous +app_update 258550 validate +quit
Unter Windows, wenn SteamCMD in C:\Rust\SteamCMD liegt:
C:\Rust\SteamCMD\SteamCMD.exe +force_install_dir C:\Rust\MyServer\ +login anonymous +app_update 258550 +quit
Updates spielst du mit demselben Befehl ein.
Schritt 2: Startdatei und server.cfg
Unter Windows legst du im Serverordner eine Datei RunServer.bat an und schreibst den Startbefehl hinein. Facepunchs Beispiel, hier mit eigenem Servernamen und Passwort:
RustDedicated.exe -batchmode +server.port 28015 +server.level "Procedural Map" +server.seed 1234 +server.worldsize 4000 +server.maxplayers 10 +server.hostname "Mein Rust Server" +server.identity "server1" +rcon.port 28016 +rcon.password DeinRconPasswort +rcon.web 1 -logfile rustserverlog.txt
| Parameter | Was er macht |
|---|---|
+server.port 28015 | Spielport, UDP, Standard 28015 |
+server.level "Procedural Map" | Kartentyp, eine prozedural aus dem Seed erzeugte Karte |
+server.seed 1234 | Seed der Karte, ein Wert von 0 bis 2147483647 |
+server.worldsize 4000 | Kartengröße, 1000 bis 6000 |
+server.maxplayers 10 | höchstens so viele Spieler gleichzeitig |
+server.hostname "Mein Rust Server" | Name in der Serverliste |
+server.identity "server1" | Ordner unter server/ für Karte, Spielstand und Einstellungen |
+rcon.port 28016 | Port für RCON, TCP |
+rcon.password | Passwort für RCON |
+rcon.web 1 | Web-RCON, von Facepunch empfohlen |
Facepunchs Beispiel für die RunServer.bat setzt den Startbefehl zwischen :start und goto start. Dann startet der Server nach einem Absturz oder nach dem Befehl restart von selbst neu. Steht SteamCMD mit in dieser Schleife, aktualisiert sich der Server bei jedem Neustart, setzt laut Facepunch aber auch alle Dateien auf Vanilla zurück. Mit Oxide nimmst du SteamCMD deshalb aus der Startdatei heraus.
Unter Linux legt SteamCMD eine einfache Startdatei namens runds.sh an. Mach sie mit chmod +x runds.sh ausführbar, trag deine Parameter ein und starte den Server in einer Screen-Sitzung. Darin siehst du laut Facepunch die Ausgabe des Servers live, und er läuft weiter, wenn du die SSH-Verbindung trennst:
screen -S rust_server ./runds.sh
Mit Strg+A und dann D löst du dich von der Sitzung, mit screen -x rust_server kommst du zurück.
Dauerhafte Einstellungen gehören in die Datei server.cfg im Ordner server/<identity>/cfg/, bei diesem Beispiel also server/server1/cfg/. Der Server liest sie beim Start, ihre Werte haben Vorrang vor der Kommandozeile, und du schreibst die Variablen dort ohne Plus- oder Minuszeichen davor (Facepunch).
Läuft der Server auf deinem Spiele-PC, startest du zum Testen Rust, öffnest mit F1 die Konsole und gibst connect localhost:28015 ein.
Schritt 3: Dich zum Admin machen
Bist du verbunden, zeigt der Befehl users in der Serverkonsole alle Spieler mit ihrer SteamID. Unter Linux ist die Serverkonsole laut Facepunch nicht interaktiv, dort schickst du die Befehle über einen RCON-Client. Mit deiner ID machst du dich dann zum Owner oder zum Moderator:
ownerid 76561198123456789 "DeinName"
moderatorid 76561198123456789 "DeinName"
Gespeichert wird das laut Facepunch automatisch. Verbinde dich danach neu, damit die Rechte greifen. Alternativ trägst du dich bei gestopptem Server in die Datei users.cfg im selben cfg-Ordner ein.
Schritt 4: Ports freigeben
Ein Rust Server nutzt laut Facepunch vier Ports: Spiel und Serverliste laufen über UDP, RCON und Rust+ über TCP.
| Port | Protokoll | Wofür |
|---|---|---|
28015 (server.port) | UDP | Spielverbindung |
server.queryport | UDP | Serverliste; ohne eigene Angabe der höhere Wert aus Spielport und RCON-Port plus 1, im Beispiel oben 28017 |
28016 (rcon.port im Beispiel) | TCP | RCON |
app.port | TCP | Rust+ App; Standard ist der höhere Wert aus Spielport und RCON-Port plus 67 |
Gib dem Server-PC im Router eine feste lokale IP-Adresse und bring laut Facepunch zuerst den Spielport zum Laufen, danach die übrigen. Wähl dabei für jeden Port das Protokoll aus der Tabelle, denn Facepunch rät von Router-Einstellungen wie „beide“ oder „alle“ ab. Für Rust+ heißt die Standardregel: Mit unveränderten Ports ist es 28082, mit rcon.port 28016 wie im Beispiel 28083. Der Port muss 10000 oder höher sein. Brauchst du die App nicht, setzt du laut Facepunch app.port auf -1 und schaltest Rust+ damit ab. Auf der Kommandozeile schreibst du das wegen eines Problems beim Einlesen der Parameter als +app.port 1-.
Rust zeigt im Spiel an, in welchem Land dein Server steht. Das ermittelt Facepunch über MaxMind anhand der IP-Adresse. Stimmt das Land nicht, kannst du bei MaxMind eine Korrektur beantragen.
DS-Lite: Läuft dein Anschluss über DS-Lite, hat dein Router laut AVM keine eigene öffentliche IPv4-Adresse, und über IPv4 erreicht niemand deinen Server, auch nicht mit Portfreigabe. Frag deinen Anbieter nach PCP oder einer eigenen IPv4-Adresse, oder nimm einen VPS oder einen gemieteten Server. Woran du DS-Lite erkennst, steht in unserer Anleitung Minecraft Server erstellen.
Schritt 5: Plugins mit Oxide oder Carbon
Für Plugins brauchst du ein Modding-Framework. Facepunch stellt in seinem Wiki zwei vor: Oxide, dessen Website umod.org ist, und Carbon.
Oxide: Stopp den Server, lade bei den Oxide.Rust-Releases die neueste Version herunter, Oxide.Rust.zip für Windows oder Oxide.Rust-linux.zip für Linux, entpacke sie im Serverordner und starte den Server neu. Plugins kommen danach in den Ordner oxide/plugins. Nach einem Rust-Update brauchst du die passende Oxide-Version: Oxide 2.0.7839 erschien am Tag des Halloween-Updates, mit dem Vermerk „Patch for October 22nd Rust update“.
Carbon ist laut Facepunch ein modernes Framework, das Plugins für Oxide ohne zusätzliche Anpassungen ausführen soll. Installiert wird es laut Carbon, indem du das Archiv für Windows oder Linux im Hauptordner des Servers entpackst und den Server neu startest.
Welches besser zu dir passt, vergleicht unser Beitrag Carbon vs Oxide, das Hochladen und Freischalten von Plugins erklärt uMod-Plugins installieren, beide auf Englisch.
Wipes: Rhythmus und nächster Termin
Die monatlichen Rust-Updates kamen 2026 jeweils am ersten Donnerstag, zuletzt LIVESTOCK am 1. Oktober. Passend dazu steht Facepunchs Wipe-Timer standardmäßig auf dem ersten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr Londoner Zeit. Der Timer zählt im Spiel auf einem Laptop im Monument Nuclear Missile Silo bis zum nächsten Wipe herunter und bestimmt, wann Endgame-Events starten.
Im November ist das Donnerstag, der 5. November 2026. Weil London dann wie Deutschland Winterzeit hat und eine Stunde zurückliegt, ist das 20:00 Uhr deutscher Zeit. Angekündigt hat Facepunch das November-Update noch nicht. Bis zu diesem Tag läuft laut Facepunch das Halloween-Event, die Zahl der Portale stellst du mit halloweendungeon.population ein.
Hat dein Server einen eigenen Wipe-Rhythmus, legst du ihn über die Tags für die Serverliste fest: monthly, biweekly oder weekly, gesetzt mit server.tags, etwa +server.tags weekly,vanilla (Facepunch). Die Serverliste zeigt bis zu vier Tags an. Tag, Uhrzeit und Zeitzone stellst du mit wipeDayofWeek (0 ist Sonntag, 4 ist Donnerstag), wipeHourofDay und wipeTimezone ein, für Deutschland etwa Europe/Berlin. Für jeden Donnerstag um 18 Uhr deutscher Zeit ergänzt du zum Tag weekly also +wipeDayofWeek 4 +wipeHourofDay 18 +wipeTimezone Europe/Berlin. Ob alles stimmt, zeigt der Befehl PrintWipe. Wie ein Update-Abend abläuft, beschreibt unsere Checkliste zum Halloween-Update (auf Englisch).
Wie viel RAM braucht ein Rust Server?
Facepunch nennt 12 GB freien Arbeitsspeicher als Voraussetzung, für eine Karte der Größe 6000 mehr. Eine Angabe pro Spieler gibt es nicht, der Bedarf hängt laut Facepunch stark von Nutzung und Spielerzahl ab. Mehr Spieler brauchen vor allem eine schnellere CPU, eine große Karte braucht mehr Speicher. Die Größe stellst du mit server.worldsize zwischen 1000 und 6000 ein. Wie Seed und Größe zusammenspielen, zeigt unser Rust Map Seed Guide (auf Englisch).
Server mieten statt selbst hosten
Willst du keinen Rechner mit 12 GB freiem Arbeitsspeicher rund um die Uhr laufen lassen, oder bringt die Portfreigabe wegen DS-Lite nichts, ist ein gemieteter Server der kürzere Weg. Bei Space-Node kannst du einen Rust Server mieten: STONE mit 8 GB kostet 10,20 € im Monat inkl. MwSt. und ist unser Einstiegspaket für kleine Gruppen und zum Testen. Wer Facepunchs 12 GB einhalten will, nimmt METAL mit 16 GB für 15,80 €, SULFUR mit 24 GB kostet 20,50 €. Die Server stehen in den Niederlanden, in Deutschland und in Polen, dazu in Kanada, den USA, Singapur, Indien und Australien, überall zum selben Preis außer in den USA.
Oxide wird unterstützt, Plugins lädst du über den Dateimanager oder per SFTP hoch, und DDoS-Schutz ist in jedem Paket dabei. Die CPU, in Europa ein Ryzen 9 der 3900X-Klasse, teilt sich dein Server mit anderen Servern, der RAM ist nur für ihn reserviert. Unser Support antwortet täglich von 08:00 bis 20:00 UTC, im Winter also von 9 bis 21 Uhr deutscher Zeit, per Live-Chat, Discord und E-Mail, auf Englisch oder Niederländisch.
FAQ
Was kostet ein eigener Rust Server? Die Serversoftware lädst du über SteamCMD mit anonymem Login herunter, ein Steam-Konto brauchst du dafür nicht. Kosten entstehen für Hardware und Strom oder für einen gemieteten Server, bei Space-Node ab 10,20 € im Monat.
Welche Ports braucht ein Rust Server?
Den Spielport, Standard 28015, und den Query-Port per UDP, dazu den RCON-Port und den Rust+-Port per TCP. Welche Nummern das bei dir sind, hängt von server.port und rcon.port ab.
Wie viel RAM braucht ein Rust Server? Facepunch nennt 12 GB freien Arbeitsspeicher, bei einer Karte der Größe 6000 mehr.
Wann ist der nächste Rust Wipe? Erwartet wird Donnerstag, der 5. November 2026, um 20:00 Uhr deutscher Zeit. Facepunchs Wipe-Timer steht standardmäßig auf dem ersten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr Londoner Zeit, angekündigt ist das November-Update aber noch nicht.
Oxide oder Carbon? Auf einem eigenen Server laufen beide. Carbon soll laut Facepunch Plugins für Oxide ohne Anpassungen ausführen. Auf unseren gemieteten Rust Servern wird Oxide unterstützt.
Weitere Anleitungen: Gameserver mieten: Standort, RAM und Preise, Minecraft Server erstellen, Rust Wipe-Planung (auf Englisch)